Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - Thirst - Durst

Thirst - Durst

Review von BumBum

 

Thirst - Durst

Gesehen am:
05.09.2009

Wo gesehen:
Metropol Stuttgart

  Review:
Zum Film:
Chan-wook Park, Südkoreas innovativster und aufregendster Filmemacher diesseits von Ki-duk Kim und Ji-woon Kim hat einen Vampirfilm gedreht, der – Überraschung! – sich mit keiner jemals zuvor gedrehten Arbeit des uralten Horror-Subgenres vergleichen lässt. Was nicht heißen soll, dass der Regisseur bei seiner Geschichte eines Priesters, der sich nach einem medizinischen Experiment in Afrika in einen Blutsauger verwandelt und um jeden Millimeter seiner langsam entschwindenden Menschlichkeit kämpft, den Vorbildern keinen Respekt zollen würde. Das aber nur, um alle Regeln des Sujets zu umgehen – und sich ihnen letztlich doch beugen zu müssen: Denn nichts ist stärker in unserem Universum als die Sonne. Dagegen kommt kein Vampir an, und auch Park nicht, der sich hier weiter als der große Meister etabliert, als den man ihn nach OLDBOY feierte. THIRST ist jedoch kein Film, der es seinem Publikum leicht macht. Park sucht nicht den flüchtigen Applaus; er will bleibende Kunst schaffen. Jeder andere würde unter der Last solcher Ambition zusammenbrechen. Wer käme allein auf die Idee, eine moderne Vampirgeschichte auf Emile Zolas Roman „Therese Raquin“ basieren zu lassen? Aber Park ist so virtuos im Umgang mit filmischen Mitteln, dass man nicht fürchten braucht, ihm könnten die Zügel entgleiten. Vielmehr eilt THIRST von einer beachtlichen Sequenz zur nächsten, wechselt Ton, Textur und Atmosphäre nach Belieben und findet für Topstar Kang-ho Song in Ok-vin Kim eine furchtlose Mitstreiterin, deren Durst nach Blut fast noch unstillbarer ist als Parks Streben nach Brillanz.

Meine Kurzkritik:
Seit Oldboy habe ich bei Chan-wook Park immer Hoffnung dass er wieder einen klasse Film machen wird und Thirst war wirklich richtig gut (nachdem ich \"I am a Cyborg but thats ok\" nicht so viel abgewinnen konnte). Eine interessante Story, gepaart mir sehr viel trockenem Humor und tollen Darstellern. Dazu sind die filmischen Stilmittel einfach toll und die musikalische Untermalung war ebenfalls immer stimmig. Bisher eindeutig mein Festivalhighlight. Kann ich nur empfehlen.
Meine Wertung: 9 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

 

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